Eye-Poetry #8 – Briefaufzuchtstation

Eye-Poetry im September.
Diesmal bin ich länger nicht warm geworden mit dem Text. Er erschien mir schön und traurig. Hat mich an Krieg und Post von der Front oder aus der Gefangenschaft denken lassen, aber auch an eine auseinander gebrochene Beziehung, die man festhalten möchte. Der Text sagt das nicht aus, aber das waren meine Impressionen.


Wintergarten
 
Deinen Briefumschlag
mit den zwei gelben und roten Marken
habe ich eingepflanzt
in den Blumentopf
 
Ich will ihn
täglich begießen
dann wachsen mir
deine Briefe
 
Schöne 
und traurige Briefe
und Briefe
die nach dir riechen
 
Ich hätte das
früher tun sollen
nicht erst
so spät im Jahr
 
Erich Fried

Ursprünglich wollte ich echte Post verarbeiten, die ich aus Blumentöpfen wachsen lassen wollte. Ich habe mich dagegen entschieden, da ich so persönliche Dinge doch nicht verwenden wollte. Letztendlich habe ich mich für eine Collage entschieden.

Da mir das Gedicht einfach etwas „schwer“ vorkam, habe ich diesmal hauptsächlich in schwarz-weiß gearbeitet.

Ich habe mit verschiedenen Kontrasten gespielt und die Varianten gefallen mir sehr gut. Die nachfolgende erinnert mich vom Stil an eine Illustration aus einem Kinderbuch.

Und wieder eingefärbt, denn auch auf der Briefaufzuchtstation ist es nicht nur trist.

Und auch dort blüht es.

Viele Grüße,
Angelika


Das war mein Beitrag zur Eye-Poetry im September, einem Projekt von Andrea auf Holunder, dort kann man sich von weiteren Umsetzungen inspirieren lassen.

  1. Dein Werk ist wirklich sehr bewegend und auch rührend. Ich mag es monochrom am liebsten. Da kann ich Deine Gedanken auch am besten wiederfinden. Wohin Dich Deine Inspirationen leiten und was Du daraus machst, finde ich immer wieder aufs Neue spannend!
    So schön, dass Du wieder teilgenommen hast!
    (Nur weiß ich nicht, was Du beim Link mit „Frühlingsinspirationen“ meinst *grübel*)
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Liebe Andrea, danke für deinen Kommentar, Nachdem ich die Farbe aus der Collage hatte, konnte ich weiter dran arbeiten.

      …. tja, so ist es, wenn man Texte immer wieder kopiert. Ich werde dann mal die letzten postings ändern 😉

      Viele Grüße, Angelika

  2. STimmt, da hat Andrea recht, es ist immer wieder spannend. Auch was dabei herauskommt.
    Lieben Gruß Eva
    mir gefällt deine Umsetzung sehr.

  3. Ich bin auch immer wieder erstaunt, wie die Umsetzung dann zum Schluss aussieht.
    Viele Grüße an dich,
    Angelika

  4. Schön! Ich mag, wie du noch etwas Farbe hineingebracht hast als Alternative. Eine gute Komposition, bei der es wie die Blume viel zu entdecken gibt!
    LG. Susanne

  5. Oh, das finde ich so schön, die grauen Varianten. Ich bin auch immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich Gedichte gelesen werden, wie unterschiedlich Ghislana

  6. …interessant deine Gedanken und Umsetzung…die Collage auf dem zweiten Foto gefällt mir am Besten, da kann ich viel entdecken,

    liebe Grüße Birgitt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert